Neuigkeiten

Auf Kurs...

Anfang Dezember 2016 schrieb uns Anne Lévy, CEO der UPK, auf unsere Frage, wie es so stehe:

"- Kornhausgasse: Der Zeitplan sieht gut aus, wir werden hoffentlich im Juli umziehen können. Hier haben ja Gespräche mit Ihnen stattgefunden, sodass hoffentlich alle Fragen geklärt werden konnten.

- Neubau: Wir sind an der Neukonzeption des Baus, d.h. Planung ohne Ambulatorium, und hoffen, dass im Frühling das Konzept stehen wird. Wie besprochen, werden wir dies gerne mit einer Vertretung der niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychologie besprechen. Wir melden uns, sobald wir so weit sind.

- Spitalfusion KSBL/USB: Davon ist die Psychiatrie nicht betroffen, sogar explizit ausgenommen. Wir arbeiten aber wie bisher natürlich mit der Psychiatrie Basel-Land zusammen, aber ganz klar ohne Fusionsabsichten."

Jetzt ist es klar: Kornhausgasse!

Ja: Kompromiss. Und ja: Rückzug!

Am 3. März lud das Gesundheitsdepartement zu einer Medienorientierung. Regierungsrat Lukas Engelberger, UPK-VR-Präsident Konrad Widmer und UPK-CEO Anne Lévy sowie Ruth Waldvogel und Peter Schwob vom Initiativkomitee berichteten, dass sich UPK und InitiantInnen auf einen Kompromiss geeinigt haben, den auch der Regierungsrat unterstützt: Die Poliklinik bleibt in der Stadt, rückt sogar noch näher zu deren Herz (z.B. an die Kornhausgasse - der genaue Ort ist noch offen), nur die stationären Angebote und die Forschung zügeln in den Neubau bei der UPK; dafür ziehen wir die Initiative zurück.

 

Vonseiten der JournalistInnen kamen ein paar technisch-zahlenmässige Erkundigungen und dann die grosse Frage, warum es denn überhaupt so viel Zeit und eine Initiative gebraucht habe, um etwas zu bewegen, wenn doch jetzt so viel Harmonie herrsche. Das führte zum Thema der maledeiten Spital-Auslagerung (Grosser Rat und Regierung haben eigentlich gar nichts mehr zu sagen), aber auch zur Feststellung, dass es offenbar einen Personalwechsel brauchte für den Strategiewechsel, weil die UPK-Spitzen sich in etwas Auswegloses verbissen hatten. Viel Beachtung und Anerkennung fand der möglich gewordene neue Ansatz zur Zusammenarbeit zwischen der Klinik auf der einen Seite und KinderpsychiaterInnen, PsychotherapeutInnen, KinderärztInnen und Elternvereinigungen auf der andern Seite. Wir müssen Sorge tragen dazu und ihn weiterentwickeln.

 

Uns bleiben im Moment Dankbarkeit für die neue Gesprächsbereitschaft auf Klinikseite, v.a. bei der CEO, Frau Lévy; Dankbarkeit für den langen Atem der KollegInnen in unserer losen Gruppierung; Genugtuung, den politischen Kampf für unsere Vision einer gemeindenahen Versorgung gewagt zu haben; und Erleichterung, dass es für den Moment vorbei ist...

 

Was auch noch blieb: das Geld, das wir für die Abstimmungskampagne schon erhalten hatten - merci! Wir haben uns bei den SpenderInnen gemeldet und ihnen angeboten, ihre Beiträge zurückzuzahlen. Die meisten haben die ganze Spende oder einen Teil davon stehenlassen, und wir haben den Betrag hälftig dem Verein Kind+Spital und dem Interkulturellen Foyer Bildung und Beruf überwiesen.

 

Kompromiss?

Es tut sich was! Zwar hat die Gesundheits- und Sozialkommission des Grossen Rates es am 7. Januar abgelehnt, dem Rat (resp. dem Volk) einen Gegenvorschlag zu unserer Initiative vorzulegen, dafür hat uns aber gleichentags Anne Lévy, CEO der UPK, im Auftrag des Verwaltungsrates einen Kompromiss angeboten für den Fall, dass wir die Initiative zurückziehen: Das Ambulatorium soll in der Stadt bleiben, nicht in den Neubau bei der UPK umziehen. Und zwar nicht nur in Gestalt der schon skizzierten schmalbrüstigen sozialpsychiatrischen Anlaufstelle, sondern so, dass alles, was jetzt am Schaffhauser Rheinweg geschieht, weiterhin in der Stadt abgewickelt wird, z.B. im CS-Haus auf der Lyss, wo neu die Psychotherapeutische Tagesklinik angesiedelt ist.

Wir haben das Angebot und unsere möglichen Bedingungen sehr kontrovers diskutiert und dann beschlossen, mit der UPK in einen Dialog darüber einzusteigen. Das erste Gespräch der zwei Delegationen findet am 19. Januar statt; klar ist schon, dass wir auf absolut verbindlichen, öffentlichen Zusagen beharren werden.

Wenn wir handelseinig werden, ist das Initiativkomitee dran: Es muss den Rückzug der Initiative formell beschliessen oder ablehnen. Für den Fall, dass keine Einigung zustandekommt: Wir sind mit den Vorbereitungen unserer Abstimmungskampagne ziemlich weit gediehen, mal abgesehen vom Spendenkonto, das ruhig noch etwas zulegen dürfte...

Hearing in der Gesundheits- und Sozialkommission des Grossen Rates

Am 17. Dezember hatten wir Gelegenheit, der Gesundheits- und Sozial-kommission des Grossen Rates unseren Standpunkt darzulegen und ihre Fragen zu beantworten. Die GSK wird dann dem Grossen Rat Bericht erstatten.

Es war ein seltsames Gespräch: Nach unserem Eingangsvotum kamen teils interessierte, konstruktive Fragen; insbesondere ging es darum, unter welchen Bedingungen wir die Initiative zurückziehen würden, z.B. ob die im Ratschlag des Regierungsrates erwähnte sozialpsychiatrische Anlaufstelle der KJPK in der Stadt unseren Anforderungen genüge (Antwort: Nein. Nach dem, was wir bis jetzt wissen, ist das ein Feigenblatt; wenn ein ausgewachsenes Ambulatorium zu Debatte steht, lassen wir mit uns reden). Viele Fragen waren aber gar keine, sondern pure Provokation oder hämische Fangfragen. Man darf gespannt sein, was die Kommission beim Beraten draus macht...

Gesucht: Geld

So, wie's aussieht, kommt unsere Initiative anfangs 2016 zur Abstimmung. Wir haben begonnen, unsere Abstimmungskampagne vorzubereiten, mit Plakaten, Inseraten und Informationsblättern. Dafür brauchen wir Geld und sind froh um Spenden.

Unser Spendenkonto: Postfinance 61-419945-6, Verein Kind+Spital, "moderne Kinderpsychiatrie". Spenden ab Fr. 100 sind steuerlich abzugsfähig.

Der Regierungsrat empfiehlt unsere Initiative zur Ablehnung...

Der Regierungsrat BS hat dem Grossen Rat Bericht erstattet und kommt (Überraschung!) zum Schluss, die Initiative sei ohne Gegenvorschlag dem Volk vorzulegen und abzulehnen.

...obwohl die UPK eigentlich unserer Meinung sind

Eine psychische Erkrankung anzuerkennen, ist für viele Menschen ein schwerer Schritt – gleichzeitig ist genau diese Anerkennung der erste Schritt hin zu eine möglichen Heilung. Es ist wichtig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, und es ist entscheidend, dies früh zu tun, um Chronifi-zierung, schwere Krankheitsverläufe, soziale Isolation und Suizidalität zu verhindern. Ein unkompli-zierter Zugang zu unseren Fachleuten ist deshalb unerlässlich. Das Gesundheitszentrum an der Kornhausgasse 7 in der Basler Innenstadt bietet genau das: eine zentrale Anlaufstelle mit niedriger Hemmschwelle für erwachsene Patientinnen und Patienten. (…) Das sogenannte Walk-In-Konzept entspricht den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten.  (…) Mit dem Ambulatorium gelingt es uns, einen wesentlichen Beitrag zur psychiatrischen Versorgung zu leisten und die Wahrnehmung der Psychiatrie in der Öffentlichkeit zu steigern.                                                              

 

Dieser Text könnte fast von uns stammen. Er steht aber auf Seite 9 im Geschäfts-bericht 2014 der UPK, erschienen im Mai 2015. Da scheint die Linke nicht zu wissen, was die Rechte schreibt. Wir müssen UPK, Regierung und Bevölkerung davon überzeugen, dass diese Argumente auch für Familien mit Kindern und Jugendlichen gelten: Auch sie brauchen einen Platz im Herzen der Stadt.


Die Initiative ist gültig

Mit Beschluss vom 2. Dezember 2014 beantragt der Regierungsrat dem Grossen Rat, die Initiative als rechtlich zulässig zu erklären. Damit der Regierungsrat zur vorliegenden Initiative Stellung beziehen kann, beantragt er dem Grossen Rat, ihm die Initiative zur Berichterstattung zu überweisen.


Initiative zustandegekommen!

Unsere Initiative ist zustande gekommen. Am 17. September haben wir vor dem Rathaus der Staatsschreiberin 3470 Unterschriften übergeben, unter dem Motto Wo sollen sie bloss ihre Zelte aufschlagen? - Gesucht wird: Ein Platz im Herzen der Stadt für die Kinder- und Jugendpsychiatrie und musikalisch begleitet von David Klein & Co

Was man so alles in die Hand nehmen kann...

 

a) dreihundertsiebzigtausend Franken für ein Vorprojekt inkl. Risiko

b) Kuli und Initiativbogen (und das wirkt: Wir haben 3470 Unterschriften für unsere Initiative gesammelt, meistens leicht - das Risiko sind wir!)

Siehe Radio-Interview vom 14. April 2014

Aus dem Lexikon der Kinder- und Jugendpsychiatrie:

 

Gesprächsbereitschaft, die: Politisch korrekte Vorzeigehaltung, taktisch dann am effektivsten, wenn während des Vorzeigens derselben gleichzeitig vor dem Haus die Bagger getankt werden.

Newsletter

Möchten Sie von uns auf dem Laufenden gehalten werden? Wir senden Ihnen gern unseren Newsletter. Anmeldung hier.