Für eine kinderfreundliche, quartiernahe Kinder- und Jugendpsychiatrie in Basel-Stadt

Anfangs 2012 war in der Zeitung zu lesen, das Hochbauamt BS habe einen Architektur-Wettbewerb für einen Neubau der kinder- und jugend-psychiatrischen Klinik und Poliklinik Basel-Stadt ausgeschrieben. Dass die KJPK räumlich beengt und ihre Standorte über die Stadt verteilt waren, wussten auch die niedergelassenen PsychiaterInnen und PsychotherapeutInnen, viele aus eigener Anschauung in der Assistenzzeit, und es war klar, dass eine Aenderung anstand. Mit dem vorgesehenen neuen Standort auf dem Areal der Universitären Psychiatrischen Klinik für Erwachsene, unmittelbar neben der Forensik, in Sichtweite von Kehrichtverbrennung und Casino, konnten sich die PsychotherapeutInnen aber nicht anfreunden. Therapeuten- und Eltern-verbände bildeten daraufhin eine Arbeitsgruppe, schrieben einen Brief an den Basler Regierungsrat, unterstützten mehrere Interpellationen im Grossen Rat und starteten eine Petition, die von gut 1200 Personen unterschrieben und im Oktober 2012 dem Regierungsrat übergeben wurde. Sie wurde aber nur vage beantwortet.

 

Die Gruppe wurde von der Psychiatriekommission Basel-Stadt mandatiert, mit der Leitung der KJPK über das Konzept des Dienstes und den Standort des Neubaus zu verhandeln, und es fanden mehrere Besprechungen in grosser Runde statt. Was als Folge des Briefes und der Petition herausschaute, war das Sistieren des Baus am vorgesehenen Standort und ein (unserer Ansicht nach untauglicher) Kompromiss, nämlich dessen Verlegung in die Eingangszone, an den südlichen Rand der UPK, immer noch auf dem Klinik-Gelände. Wir wünschten der Kinder- und Jugendpsychiatrie aber einen Platz im Herzen der Stadt. Deshalb lancierte der neu gegründete Verein KJP im Herzen der Stadt im Dezember 2013 eine kantonale Volksinitiative und reichte sie am 17. September 2014 mit 3470 Unterschriften ein. Dem Verein gehören Fachleute aus dem Umfeld der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie an, und er wird verstärkt durch das Initiativ- und ein Unterstützungskomitee. 

 

Kurz vor der abschliessenden Beratung im Grossen Rat und der Volks-abstimmung (und nach gefühlten tausend Sitzungen, Besprechungen und Texten) einigten sich Klinik und InitiantInnen auf einen Kompromiss: Die Poliklinik bleibt in der Stadt, rückt sogar noch näher an ihr Herz, zügelt nicht in den Neubau auf dem UPK-Areal; nur die stationären Angebote und die Forschung kommen zur UPK. Dafür ziehen wir unsere Initiative zurück.

 

Alles in allem: Ein Lehrstück in Politisierung und Partizipation.

 

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